Geschäftsvorfälle
Einige Geschäftsvorfälle erfordern einige "Buchungskniffe" (oder eher Zwischenbuchungen), um die monetären Bewegungen wirklich korrekt abzubilden; Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich nur ein Semester Buchhaltung lose verfolgt habe, deswegen übernehme ich keinerlei Garantie für die finanzbuchhalterische Richtigkeit, für meinen Hausgebrauch funktionieren die Vorgänge jedoch prima.
- Bargeldabhebung am Geldautomaten
- Zahlung per Vorkasse (eBay)
- Überweisung via HBCI
- Geldtransfer zwischen zwei Bankkonten
- Festverzinsliche Wertpapiere (Bundesobligationen)
- Kreditkarte mit Rabatt
Bargeldabhebung am Geldautomaten
Das Problem ist offensichtlich, besonders bei der Nutzung von HBCI: Holt man sich Bargeld am Automaten ab, so erhält man dies natürlich sofort - das Konto wird jedoch erst am Tag darauf, bei einer Abbuchung bei einem anderen Institut auch erst später belastet. Während dieser Zeit laufen die eigene Buchführung und die der Bank nicht synchron. Entweder akzeptiert man diese Differenz, oder man behilft sich mit einer Zwischenbuchung. Gerade bei HBCI ist dies sinnvoll, um das Gnucash-Girokonto wirklich nur durch den Server der Bank zu füttern, da so auch alle Valuta-Daten korrekt erhalten bleiben.
Betrachtet man die Sache nüchtern, so passiert im Moment der Abhebung folgendes: Das Bargeldkonto erhöht sich unmittelbar um den gewünschten Betrag, und gleichzeitig entsteht gegenüber der Bank eine Verbindlichkeit, die sie nach einiger Zeit über das Girokonto ausgleicht. Ich benutze daher ein Passiva-Konto, um diese temporäre Verbindlichkeit aufzufangen.
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Aktiva::Barvermögen::Bargeld | 100¤ | |
| Passiva::Verbindlichkeiten::Auszahlungen | 100¤ |
Bucht die Bank nun die Abhebung, so gleicht diese Buchung die Verbindlichkeit wieder aus:
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Passiva::Verbindlichkeiten::Auszahlungen | 100¤ | |
| Aktiva::Bank::Girokonto | 100¤ |
Zahlung per Vorkasse (eBay)
Zahlt man etwas per Vorkasse, wie es gerade auf eBay an der Tagesordnung ist, so stellt sich ein ähnliches Problem im Zeitraum zwischen Bezahlung und Empfang der Ware. Zusätzlich sollten natürlich auch die Versandkosten getrennt betrachtet werden. Gekaufte Waren als Aktiva zu verbuchen und über einen Zeitraum abzuschreiben, ist oftmals für Privatleute unnötige Arbeit - ich lasse das Geld direkt in ein Ausgabenkonto fließen.
Hat man den Betrag überwiesen, so hat man dem Verkäufer gegenüber eine Forderung, nämlich die Ware:
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Aktiva::Bank::Girokonto | 100¤ | |
| Aktiva::Forderungen::Vorauszahlungen | 100¤ |
Mit der Lieferung gleicht diese sich aus, und fließt anteilig in die Ausgabenkonten für Post und Waren.
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Aktiva::Forderungen::Vorauszahlungen | 100¤ | |
| Aufwendungen::Post | 5¤ | |
| Aufwendungen::Hobbies::Kletterausrüstung | 95¤ |
Überweisung per HBCI
Beim Einreichen eines überweisungsauftrags über GnuCash und HBCI sehe ich inzwischen davon ab, GnuCash die Transaktion direkt in der GnuCash-Girokonto buchen zu lassen; stattdessen verzeichne ich die Abbuchung unter den Passiva, und lasse die Buchung durch HBCI ausgleichen, sobald meine Bank den Auftrag durchführt. Auf diese Weise sind sowohl Verwendungszweck als auch Buchungsdatum korrekt, da das GnuCash-Girokonto keine manuellen Eintragungen erhält, sondern nur vom Bankserver über HBCI ausgefüllt wird (siehe auch Barabhebungen).
Geldtransfer zwischen zwei Bankkonten
Geld zwischen zwei Konten umzubuchen scheint in GnuCash einfach zu sein: Schnell sind die Beträge vom Tagesgeld auf das Girokonto oder umgekehrt gebucht. Doch leider werden Überweisungen in Deutschland noch von berittenen Geldboten ausgeführt, die offensichtlich im Frankfurter Berufsverkehr einige Mühe haben. Daher vereinen sich in diesem Szenario die Probleme der Überweisung mit denen der Barabhebung. Das Geld durchläuft auf seinem Weg drei Phasen:
- Das Geld wurde noch nicht abgebucht, es besteht also sowohl eine Forderung als auch eine Verbindlichkeit
Konto Soll Haben Aktiva::Forderungen::Einzahlungen 100¤ Passiva::Verbindlichkeiten::Abbuchungen 100¤ - Die Überweisung hat das Ursprungskonto verlassen und hängt nun "in der Luft", der passivistische Teil ist damit ausgeglichen
Konto Soll Haben Aktiva::Bank::Girokonto 100¤ Passiva::Verbindlichkeiten::Abbuchungen 100¤ - Der Betrag wurde dem Zielkonto gutgeschrieben, der Forderungsteil ist damit auch ausgeglichen
Konto Soll Haben Aktiva::Bank::Tagesgeld 100¤ Aktiva::Forderungen::Einzahlungen 100¤
Festverzinsliche Wertpapiere (Bundesobligationen)

Bundesobligationen sind Wertpapiere des Bundes, die über mehrere Jahre laufen, an der Börse gehandelt werden, und mit einem festen Prozentsatz verzinst werden. Günstig lassen sie sich auch direkt bei der Bundeswertpapierverwaltung erwerben und veräußern. Grundsätzlich ließen sie sich wie Aktien in GnuCash eintragen; Leider ist es schwierig, über die in GnuCash vorgesehenen Quellen an Kursinformationen zu kommen. Ein andere Ansatz betrachtet die Papiere als das, was sie eigentlich darstellen: Schuldverschreibungen des Bundes, also Forderungen gegenüber der Bundesrepublik.
Beim Erwerb der Papiere spielen mehrere Beträge eine Rolle: So verfügen die Papiere über einen Nennwert, also den Betrag, die man am Ende der Laufzeit zurückerhält. Davon weicht der Börsenkurs ab, zu dem die Obligationen erworben werden, meist liegt er über dem Nennwert. Zusätzlich bezahlt man Stückzinsen, also die bis zum Kaufzeitpunkt angefallenen anteiligen Zinsen (und erhält sie entsprechend wieder bei Verkauf). Prinzipiell besteht nun die Möglichkeit, die Papiere zum Kaufkurs oder eben zum Nennwert in ein gesondertes BOBL-Konto einzutragen; Im zweiten Fall - den ich bevorzuge - wird der Kursaufschlag als Aufwendung verbucht. Die angefallenen Stückzinsen verbuche ich auf einem Stückzinsenkonto; Es ist quasi die Investition, mit der der aktuell laufende Zinscoupon erworben wird: Bei einer Zinszahlung wird dieses Geld dann hinzugezogen.
Kauf von BOBLS mit dem Nennwert 100¤ (Kurs 101¤, Stückzinsen 1¤):
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Aktiva::Bank::Girokonto | 102¤ | |
| Aktiva::Wertpapiere::BOBLS | 100¤ | |
| Aufwendungen::Kursaufschläge | 1¤ | |
| Aktiva::Wertpapiere::Stückzinsen | 1¤ |
Irgendwann werfen die BOBLS 2¤ Zinsen ab:
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Aktiva::Bank::Girokonto | 2¤ | |
| Erträge::Wertpapiere::BOBLS | 1¤ | |
| Aktiva::Wertpapiere::Stückzinsen | 1¤ |
Kreditkarte mit Rabatt
Einige Kreditkartenanbieter bieten spezielle Rabatte auf bestimmte Umsätze, zum Beispiel auf Tankfüllungen. Der Tankstelle gegenüber wird dabei der übliche Betrag abgerechnet, der Skonto-Betrag wird erst auf der späteren Kreditkartenabrechnung zwischen Kartenunternehmen und Kartenhalter abgezogen.
Formal gesehen ist das Skonto ein Ertrag bzw. Einkommen, das die Forderung der Tankstelle teilweise erfüllt; für den Rest muss der Kartenhalter mit seinem Kreditkartenkonto geradestehen:
| Konto | Soll | Haben |
|---|---|---|
| Aufwendungen::KFZ::Benzin | 100¤ | |
| Passiva::Kreditkarte | 95¤ | |
| Einkommen::Skonti & Boni::Tankrabatt | 5¤ |
GnuCash